
Bayern hat 2026 AMK-Vorsitz: Kaniber – „Gemeinsam Impulse für heimische Land- und Forstwirtschaft setzen“
09. Januar 2026
Bayern übernimmt zum Jahreswechsel den Vorsitz der deutschen Agrarministerkonferenz (AMK). Dazu Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber: „Unsere Bäuerinnen und Bauern stehen im Zentrum der Ernährungssicherheit. In einer Welt voller Unsicherheiten brauchen wir eine starke heimische Landwirtschaft. Sie versorgt uns täglich, hält unsere Regionen lebendig und steht für kurze Wege und Klimaschutz. Dafür verdienen unsere Landwirtinnen und Landwirte Respekt, Rückhalt und klare politische Entscheidungen. Deshalb sollte unser aller Vorsatz fürs neue Jahr lauten: Schätzen wir diese Menschen und ihre Arbeit – sie sichern unsere Zukunft.“
Mit dem AMK-Vorsitz, so Kaniber weiter, übernehme Bayern eine besondere Rolle: „Die Agrarministerkonferenz ist zu Gast in Bayern. Als Gastgeberin möchte ich in diesem Jahr den Agrarministerinnen und -ministern eine starke Stimme geben. Nicht weil es um die Minister geht, sondern weil das Thema Sicherung unserer Ernährung immer wichtiger wird. Ich freue mich auf ein konstruktives, erfolgreiches Jahr, in dem wir gemeinsam die Weichen für eine Landwirtschaft mit Zukunft stellen. Für unsere Bäuerinnen und Bauern. Für unser Land.“
Ernährungssouveränität stärken
Ein zentrales Anliegen ist die Sicherung der Ernährungssouveränität. Ministerin Kaniber macht deutlich, wie fragil globale Märkte geworden sind: „Wenn Länder wie China über mehr als die Hälfte der weltweiten Getreidevorräte verfügen und Russland neue Rekordexporte anstrebt, wird eines für uns ganz klar: Von solchen Mächten dürfen wir uns nicht abhängig machen. Wir müssen auf unsere eigene Stärke setzen. Das bedeutet gleichzeitig: Unsere heimische Landwirtschaft ist sicherheitsrelevant. Sie schützt uns auf ihre Weise – aber genauso elementar wie Armee und Polizei.“
Die Landwirtschaftsministerin betont dabei Bayerns Richtschnur „regional vor global“ und zollt den bäuerlichen Familienbetrieben höchsten Respekt: „Unsere Bäuerinnen und Bauern sind die wahren Friedensmacher. Wir alle leben tagtäglich von und mit den Leistungen unserer Landwirte.“
Die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 neu aufstellen
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 wird eines der zentralen Themen im kommenden AMK-Jahr sein. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um in Brüssel geschlossen aufzutreten. Wir brauchen eine GAP, die den Betrieben wirklich den Rücken stärkt: mit einem verlässlichen und angemessenen Budget, einkommenswirksamen Elementen, einer sicheren Förderung für unsere ländlichen Räume. Wir brauchen Planungssicherheit und mehr Eigenverantwortung statt immer neuer Vorgaben. Genau dafür setzen wir uns ein.“, unterstreicht die Ministerin.
Düngerecht fachlich und rechtlich neu denken
Nach aktuellen Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts steht eine Neuausrichtung des Düngerechts bevor. „Wir müssen den Mut haben, das Düngerecht neu zu denken – klar, fair und verursachergerecht. Wer sauber wirtschaftet, verdient Entlastung statt zusätzlicher Auflagen.“, so Kaniber.
Planungssicherheit für die Tierhaltung
Auch die Zukunft der Nutztierhaltung steht weit oben auf der Agenda. Die Landwirtschaftsministerin betont: „Wir bekennen uns klar zu einer starken Tierhaltung in Deutschland. Unsere Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und echte Planungssicherheit – vom 20-jährigen Bestandsschutz bis zur Anpassung des Bundesimmissionsschutzgesetzes.“ Der Bund müsse gemeinsam mit den Ländern für ein funktionierendes Gesamtpaket sorgen", so Kaniber.
Bürokratieabbau
Weniger Bürokratie – mehr Vertrauen: Dieses Ziel verfolgt Bayern mit Nachdruck. „Unsere gut ausgebildeten Bäuerinnen und Bauern brauchen Freiheit statt Formularberge. Wenn Brüssel weniger Geld gibt, darf es nicht immer mehr Auflagen geben – im Gegenteil: Wir müssen vereinfachen – ohne unsere guten Standards zu gefährden“, so Kaniber.
Die Ministerin nennt als Beispiele die EU-Verordnung für Entwaldungsfreie Produkte (EUDR), die Wiederherstellungsverordnung und das Bodenüberwachungsgesetz, welche neue Bürokratie aufbauen. Diese Ge-setze müssten dringend gestoppt werden, es brauche mindestens eine grundlegende inhaltliche Überarbeitung. „Wir haben schon einiges erreicht, aber der Bürokratie-Dschungel wächst seit Jahrzehnten. 2026 wird das Thema auf jeder Agrarministerkonferenz auf dem Tisch liegen“, so Kaniber.
Und abschließend: Allen Bürgerinnen und Bürgern wünsche ich von Herzen ein gesundes und gesegnetes neues Jahr! Ein neues Jahr bietet auch die Gelegenheit mit Dankbarkeit auf das Gute des vergangenen Jahres zurückzublicken. Ob Bauer, Gärtner, Winzer, Fischer, Waldbesitzer, Bäcker oder Metzger: Alle, die in Tierhaltung, Pflanzenbau und Lebensmittelhandwerk Verantwortung tragen, verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung. Sie sichern unsere Lebensmittel, unsere Landschaften und damit unsere Lebensgrundlagen.“
Die Agrarministerkonferenz – kurz AMK – ist das wichtigste gemeinsame Beschlussgremium der deutschen Agrarpolitik. In ihr stimmen sich die Agrarministerinnen und -minister des Bundes und der 16 Länder ab. Die AMK berät alle zentralen Themen der Agrar- und Forstwirtschaft sowie des ländlichen Raums. In der Regel trifft sich die Agrarministerkonferenz im Frühjahr und im Herbst. Geplant sind Treffen vom 18. bis 20. März in Bad Reichenhall und vom 23. bis 25. September in Würzburg.
